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Neustart für den Schweizer Sonnenanbeter

Mehrfach ist Meyer Burger (ISIN: CH0108503795) dem Sensenmann bereits von der Schippe gesprungen. Im Juni 2020 hat das Management die Reset-Taste gedrückt. Nun geht es für die Schweizer um Alles oder Nichts. Bislang hat das Unternehmen Maschinen zur Herstellung von Solarzellen entwickelt und produziert. In diesem Marktsegment hatte man gegen die chinesische Konkurrenz aber keine Chance.

Jetzt schwenkt man um. Zukünftig wird Meyer Burger in Eigenregie Zellen und Module herstellen. Die Aktionäre haben dem Strategieschwenk zugestimmt und anschließend einer Kapitalerhöhung mit einem Volumen von 165 Millionen Franken den Weg geebnet. Es ist der Griff nach dem Strohhalm – Ausgang spannend, aber ungewiss.

Tiefe Krater in der Bilanz

Die Auftragslage war lange Zeit kritisch. Covid19 hat die Problematik noch einmal verschärft. Für das erste Halbjahr 2020 meldete das Management einen Umsatzrückgang um 53 Prozent und einen Verlust in Höhe von 39 Millionen Franken.

Heterojunction/SmartWire nennt sich die Produktionstechnologie, die Meyer Burger entwickelt hat. Diese sorgte bei den Kunden aber kaum für Begeisterung. Und das, obwohl sie eine um 20 Prozent höhere Energieausbeute verspricht als die gängigen Produktionsverfahren. Nun macht man aus der Not eine Tugend und nutzt die Technologie selbst. Produziert wird in Deutschland an Standorten, die in der Vergangenheit unter anderem von Solarworld genutzt worden waren und somit die notwendige Infrastruktur bereits vorhanden ist.

Die Schweizer sind damit der einzige Solarzellenhersteller in Europa. Das Problem ist der Preis. Meyer Burger bewegt sich im Premiumsegment. Der Großteil der Auftraggeber entscheidet sich aber in der Regel für den Anbieter mit den attraktivsten Konditionen.

Wird der Mut belohnt?

Oft wird – insbesondere europäischen – Unternehmen strategische Mutlosigkeit vorgeworfen. Meyer Burger zeigt, dass es auch anders geht. Das Management setzt alles auf Sieg. Wenn es gelingt, mittelfristig in den angestrebten Bereich einer Jahresproduktionskapazität von 5 Gigawatt vorzustoßen, wäre man konkurrenzfähig. Der technologische Vorsprung eröffnet der Aktie eine ansprechende Perspektive. Risikoaffine und geduldige Anleger steigen ein und zocken mit.


Diese Empfehlung haben wir im September 2020 ausgesprochen. Inzwischen notiert die Aktie bereits um mehr als 150 Prozent über unserem Einstandskurs.

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